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Lemgo setzt sich am Tag der Städtebauförderung für Fußgängerzone ein

aus der Lippisches Landes-Zeitung vom 23.05.2016160523-1524-le-schaubaustelle-id-4

Lemgo. In der Fußgängerzone ist am Wochenende einiges los gewesen. Zahlreiche Bewohner und Besucher Lemgos nutzten die Gelegenheit, sich über die Großbaustelle in der Mittelstraße zu informieren.

Zum bundesweiten Tag der Städtebauförderung hatte die alte Hansestadt ein buntes Programm unter dem Motto „Schau(B)austelle Mittelstraße“ auf die Beine gestellt. Nach dem musikalischen Auftakt am Freitagabend gab es am Samstag und Sonntag allerlei Aktionen rund um das Thema Stadtsanierung.

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Auf einem roten Sofa am Lippegarten etwa luden Stadtplanerin Berit Weber und Geschäftsbereichsleiter Markus Baier zum Gespräch ein. „Wir möchten bei den Lemgoern Verständnis für die Baustelle hervorrufen und gute Stimmung verbreiten“, erklärte Baier. Die Fußgängerzone stammt aus den 70er Jahren, wie Weber berichtete. „Überall ist unterschiedlicher Pflasterbelag, und es gibt keine Barrierefreiheit“, nannte sie einen Grund für die Arbeiten. Dieses Jahr soll der erste Abschnitt bis zur Höhe Dünnebierstraße fertig werden.

Die Lemgoer Gerd Wehleit und Jürgen Hannemann sehen die Modernisierung der Fußgängerzone als notwendig an. „Diese Maßnahme ist schon lange erforderlich“, so Wehleit. Hannemann stimmte zu: „Besser, es wird jetzt langfristig was gemacht, als dass immer wieder Schlaglöcher ausgebessert werden.“ Allerdings störe die Baustelle auch teilweise, sagte Wehleit. Die Wege seien versperrt und Fußgänger müssten aufpassen, wo sie hinträten. Insgesamt herrsche aber eine positive Stimmung, sagte Berit Weber. Zwischen Einzelhändlern und Baufirma gebe es kaum Probleme.

Neben dem roten Sofa gab es über den Tag verteilt Vorträge zum Thema Sanierung in Lemgo, Stadtführungen sowie eine historische Ausstellung. Der Nachwuchs tobte sich auf einer Kinderbaustelle aus: Im Sand buddeln, Bagger fahren oder Gebäude aus Holzstöckchen bauen – das Angebot kam gut an. Laut Wolfgang Jäger, Geschäftsführer von Lemgo Marketing, waren teilweise bis zu 40 Kinder gleichzeitig vor Ort. Auch Clownin Louisa sorgte mit ihrem Bauchladen in der Fußgängerzone für Spaß.

Am Samstagabend präsentierte das Ensemble Volans ein eigens für die Mittelstraße komponiertes Stück. Den Abschluss bildete am Sonntagvormittag ein gemütlicher Frühschoppen im Lippegarten mit Musik der Band Insane.

Wolfgang Jäger zog am Sonntagnachmittag eine erste positive Bilanz: Vor allem der Samstag habe viele Besucher angezogen: „Die Mischung aus Information und Unterhaltung kam gut an. Das Wetter war perfekt“, so Jäger. Die Veranstaltung habe die Identifikation der Lemgoer mit der Großbaustelle gestärkt. „Insgesamt eine runde Sache.“

Quelle: Lippische Landes-Zeitung, Laura Idel | www.lz.delogo-lz

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Mittelstraßen-Umbau: Lemgo legt die Stolpersteine gut weg

aus der Lippisches Landes-Zeitung vom 23.03.2016160322-1746-img7472

Lemgo. Lemgo. In dem neuen Granitpflaster, das in den kommenden vier Jahren in der Mittelstraße verlegt wird, sollen die Stolpersteine besser zur Geltung kommen als bisher. Sie erinnern vor deren einstigen Wohnhäusern an die jüdischen Nazi-Opfer. Die Arbeiter haben nun die ersten Exemplare gesichert – sie werden bis zur Verlegung des neuen Pflasters sicher verstaut.

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Auch für die erneute Pflasterung, bei der nach Angaben von Bauleiter Klaus Hagemeister der großformatigere chinesische Granit entsprechend zugeschnitten wird, zeichnet die Stadt selbst verantwortlich: für Bürgermeister Dr. Reiner Austermann ein Vertrauensbereich. Behält es sich Künstler Gunter Demnig, dessen Projekt auf inzwischen mehr als 40.000 verlegte Steine nicht nur in Deutschland zurück blickt, doch nach Angaben des Stadtoberhauptes vor, bei Neuverlegungen im Zweifel selbst tätig zu werden.

Schließlich sind die mit einer gravierten Metallplatte beschlagenen Quader keine normalen Pflastersteine. Sie stehen für menschliche Schicksale und sollen entsprechend würdevoll behandelt werden. Lemgo genieße hier nach einer bereits erfolgreich abgeschlossenen Neuverlegung allerdings offensichtlich Gunter Demnigs Vertrauen, blickt Austermann auf die Zusage des Urhebers, die Arbeiten in die Hand der Stadt zu legen.

Im neuen Pflaster besteht die Chance, die Steine gleich an gut sichtbarer Stelle und in passender Ausrichtung zu verlegen. Das alte Pflaster hatte Demnig seinerzeit etwas eingeschränkt – durch die Waschbetonplatten aber auch durchs schräg angeordnete Pflaster, in denen die Stolpersteine nun teilweise schräg zu den Häusern stehen. „In Zukunft sollen sie deutlicher wahrgenommen werden“, hofft Bürgermeister Austermann. Denn die Steine können sich sehen lassen. Gibt es doch inzwischen eine Kooperation mit der Jugendfeuerwehr, die für die Reinigung der stadtweit 51 Exemplare – die meisten in der Innenstadt – verantwortlich zeichnet. Zwei Mal im Jahr rückt der Nachwuchs mit Schrubbern an.

Quelle: Lippische Landes-Zeitung, Till Brand | www.lz.delogo-lz

 

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Vorarbeiten für Umgestaltung starten: In der Mittelstraße geht’s jetzt rund

aus der Lippisches Landes-Zeitung vom 10.03.2016

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Lemgo. In diesen Tagen können sich die Lemgoer in der westlichen Mittelstraße einstimmen lassen auf die kommenden Monate, nein Jahre. Ab nächster Woche werden die ersten Abschnitte des alten Kanals aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ausgegraben. Arbeiter haben begonnen, Ersatzlampen zu installieren und Leitungen zu überbrücken.

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So fließt das Abwasser, das von Osten her die Mittelstraße herunterkommt, ab der Dünnebierstraße schon nicht mehr auf alter Trasse. „Wir pumpen es in einen Seitenkanal“, erklärt Klaus Hagemeister, Bauleiter auf Seiten der Stadt. Nur so kann der Bagger das alte, marode Hauptrohr heraus reißen und Ersatz verlegen.

Zuvor soll aber nach Möglichkeit das alte Pflaster gerettet werden, um es andernorts zu verwenden. „Die Steine liegen in einem Mörtelbett, wir müssen noch schauen, wie viele beim Ausbau Schaden nehmen“, sagt Hagemeister.

Daraufhin steigt die Stadt als erstes in die Baugrube – in Sachen Kanalbau. Fünf Meter am Tag sind das Ziel. Insgesamt misst der erste Bauabschnitt, der für 2016 auf dem Plan steht, etwa 170 Meter. Sobald die Kanalbauer etwa 50 Meter vorgerückt sind, folgt eine zweite Kolonne, so Hagemeister zum Ablauf. Sie erneuert zunächst auf der Nordseite der Mittelstraße Hausanschlüsse.

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Anschließend ist nach Angaben von Patrick Gleim von den Stadtwerken der Energieversorger dran, um die Gas-, Wasser- und Fernwärmeleitung zu erneuern. Bei letzterer geht es richtig zur Sache – sind die Häuser an der Mittelstraße doch bislang durch die Gärten angeschlossen, was bei Reparaturen schon mal Schwierigkeiten macht. Daher ziehen die Stadtwerke ein neues Rohr durch die Mittelstraße.

Bei den übrigen stellen die Stadtwerke von zwei parallelen Versorgungsleitungen auf eine um – „weniger störungsanfällig“, urteilt Gleim. Ebenfalls in den Boden kommen Leerrohre für das Kabelnetz – und, damit die Telekom später Glasfasern einziehen kann.

In diesen Tagen verschwinden, ebenso wie Briefkästen, Bänke, Poller und Telefonsäulen, die Standlaternen – sie sollen durch Fassadenlampen ersetzt werden. Für die Beleuchtung in der Bauphase installieren die Elektriker fünf Varianten an den Häusern – so können die Politiker noch ein Modell auswählen.

Ist im Untergrund alles getan, wird von der Mittelrinne aus gepflastert. Mitte November ist Schluss, egal, wie das Wetter ist. Das Weihnachtsgeschäft der Händler soll nicht gestört werden. Sollte der Bauabschnitt nicht fertig sein, wird er provisorisch geschlossen.

Laut Aussage von Petra Hilker, die im Energie- und Umweltzentrum an der Mittelstraße als Ansprechpartnerin für die Maßnahme sitzt, wird in den nächsten Tagen die erste Bauzeitung verteilt.

Quelle: Lippische Landes-Zeitung, Till Brand | www.lz.delogo-lz

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In der Mittelstraße wird es bunt

aus der Lippisches Landes-Zeitung vom 29.10.2015

151029-1203-img4353Lemgo. Die Entscheidung ist gefallen: Farbiger Granit aus China soll in den kommenden vier Jahren in der Innenstadt verlegt werden. Doch Stadtentwicklungs- und Verkehrsausschuss haben am Dienstag nicht nur über das Grundmaterial befunden – auch das Aussehen der Mittelrinne und der Traufstreifen direkt vor den Geschäften steht fest.

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„China dreifarbig“, fasste Veronika Sauerländer, Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses, die Entscheidung zusammen. Ausgelegt ist diese Variante bei der Probefläche auf Höhe des Rathauses gleichwohl nicht – dort wurde „China vierfarbig“ gepflastert, inklusive gelber Steine. Dem Votum der Politiker zufolge sollen aber keinerlei gelbe Steine verarbeitet werden.

Genau das hatte auch Landschaftsarchitektin Anke Deeken empfohlen, da die gelben Steine doch deutlich empfindlicher als ihre andersfarbigen Pendants seien. Stadtplanerin Berit Weber befand ebenfalls: Bei Dunkelheit steche der gelbe Stein zu sehr hervor.

Noch lieber wären dem Bauamt und der Landschaftsarchitektin die Steine aus Schweden gewesen (Deeken: „Sie haben in sich mehr Nuancen“). Doch die Fraktionen wünschten sich bei insgesamt nur einer Enthaltung den Granit aus China. Wolfgang Führing (CDU): „Wir sind für den lebhafteren Stein. Das belebt die Mittelstraße.“ Renate Bauer (SPD) fand, das China-Pflaster „nimmt die Farben der Fassaden auf“. Barbara Schiek-Hübenthal, FDP-Fraktionschefin, fand die Fernost-Variante schlichtweg „lebendiger“.

Für Oliver Drexhage von den Grünen sprach zwar die räumliche Nähe für den Schweden-Stein. „Wenn es aber fair gehandelt ist, sind wir auch für das farbige Modell aus China.“ Am Preis konnten es die Politiker schließlich nicht festmachen. Zwar verlangen die Skandinavier zehn Prozent mehr fürs Material – angesichts der Gesamtbausumme von 8,3 Millionen Euro gab es über diese 150.000 Euro aber keine Diskussion.

Auch entlang der Geschäfte, bei den sogenannten schmalen Traufstreifen, soll der Granit und kein Sandstein, der stärker verschmutzt, zum Einsatz kommen. Allerdings wird der einzelne Stein hier nicht länglich, sondern eher quadratisch zugeschnitten.

Die Mittelrinne soll nach Meinung der Politiker als Mulde verlegt werden anstatt mit klar geschnittenen Kanten. Auch für Blinde ist dies interessant. Hatte doch der Landesbehindertenverband echte Leitbänder gewünscht, wie sie hellweiß etwa an Bushaltestellen liegen. „Solch ein Leitsystem braucht man aber nur, wenn man sich zu verirren droht oder Gefahren lauern, wie auf dem Bahnsteig“, sagte Markus Baier, Geschäftsbereichsleiter Bauen.

Eine genaue Wegeführung für Blinde tue angesichts der schmalen Mittelstraße nicht Not. Zumal exakt die nun ausgewählte Mittelrinne in einem Leitfaden des Bundes als Alternative zu Leitstreifen aufgeführt sei. Die Behindertenbeauftragten aus Lemgo und Lippe gaben ihr Okay.

In die Fugen kommt kein Mörtel; es wird Material eingefegt. Das hat einen guten Grund: Weil unter der Mittelstraße viele Leitungen und Kanäle liegen, kann es sein, dass sie öfter aufgerissen werden muss. Die Fugen möchte die Stadt möglichst schmal gestalten, daher werden die Steine geschnitten, nicht gespalten.

Laternenmasten sollen nahezu überall verschwinden

Mit ihrer Entscheidung von Dienstag haben die Fachausschüsse nicht nur das neue Pflaster für die Mittelstraße ausgesucht. Auch das übrige Ausbauprogramm für die Fußgängerzone ist damit auf den Weg gebracht worden. Was ist im Einzelnen geplant?

Zeitplan: Mit dem Beschluss kann die Stadt den Umbau der Mittelstraße über den Winter anschieben… das Ganze ausschreiben, Firmen aussuchen und Aufträge vergeben. Wichtig ist dies, damit die Pflasterer nach Wetterlage noch im Frühjahr anfangen können, um es 2016 wie geplant vom Lippegarten bis zur Wasserstraße zu schaffen. Erst kommen der Kanal, Wasser-, Fernwärme- und Telefonleitungen, dann der Unterbau und schließlich das neue Pflaster. Drei Bauabschnitte sind für die Jahre bis 2019 geplant: alle vergleichsweise kurz, um nicht zeitgleich die halbe Mittelstraße aufzureißen.

Beleuchtung: Die Stadt will sich fast komplett von der klassischen Mastlaterne verabschieden. Künftig sollen kaum noch Masten in der Fußgängerzone stehen. Ausnahmen wird es geben müssen – beispielsweise am Ostertor, wo es nicht möglich ist, die Ausleuchtung allein von den Fassaden her zu sichern. Im Übrigen werden überwiegend Strahler an die Häuser angebracht, die den Straßenraum ausleuchten und gegenüberliegende Fassaden in Szene setzen sollen. Für jedes Haus wird es hierzu ein Lichtkonzept geben. Das Lampenmodell steht noch nicht fest, soll aber ohnehin gestalterisch zurückhaltend sein.

Bänke, Mülleimer und Fahrradständer: Bislang stehen diese in den meisten Fällen in direkter Nachbarschaft zu Laternen. Da jedoch kaum noch Mastleuchten in der neuen Mittelstraße stehen sollen, fallen diese als Orientierungspunkte weg. Die Bänke und Mülleimer sollen weiter an den Rand rücken, um die sogenannte Flanierzone in der Mitte von „Gedöns“ zu befreien. Welche Bank, welcher Mülleimer ganz konkret gekauft wird, haben Stadt und Politiker noch nicht entschieden – es wird Muster geben.

Einmündungen: Hier möchte die Stadt im Einzelfall entscheiden, wie der neue China-Granit in der Mittelstraße und das aus einer Gasse oder Nebenstraße kommende Pflaster aneinander stoßen. Kommt ein hochwertiges Material aus der Seitenstraße an, könnte es ergänzt werden. Das Ziel: eine möglichst harmonische Angleichung, die den Materialmix nicht so hervorhebt. Das Traufpflaster, das sich vor den Häusern entlang zieht, wird an den Einmündungen unterbrochen, um diese zu betonen. Bei wichtigen Nebenstraßen soll es Reliefs geben.

Baukosten: 9500 Quadratmeter Mittelstraße hat die Stadt vor der Brust. Inklusive Material wird der Straßenbau auf 4,3 Millionen Euro geschätzt. Für den Kanal, der noch von 1938 stammt, sind etwa 4 Millionen Euro vorgesehen. Dazu kommen Ausgaben, die bei den Stadtwerken als Tochtergesellschaft anfallen: weitere 2 Millionen. Unterm Strich stehen so etwa 10,3 Millionen.

Quelle: Lippische Landes-Zeitung, Till Brand | www.lz.delogo-lz

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